Operntenor Urs Werder aus Zürich und Pianist David Schmucki bezaubern Publikum im Betreuten Wohnen


Tiengen (sel) Begeisterten, lang anhaltenden Beifall und Jubelrufe ernteten der Zürcher Opernsänger Urs Werder und sein Begleiter

am Piano, David Schmucki, bei einem Gastauftritt im Betreuten Wohnen "Parkresidenz" in der Tiengener Bahnhofstraße. Organisatorin

des außergewöhnlichen, rein ehrenamtlichen Events war Nadine Netzhammer, deren Oma Hedwig Netzhammer seit kurzer Zeit im

Haus wohnt.


Das Pflegeteam des Betreibers (Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt) hatte den Gemeinschaftsraum für den Anlass festlich hergerichtet und Getränke bereitgestellt. Auch viele Angehörige der Bewohner waren gekommen. Besonders für diejenigen, die stark gehbehindert sind oder schon im Rollstuhl sitzen, geriet eine derart hochkarätige Veranstaltung zum seltenen kulturellen Genuss.


Urs Werder, der bislang vor allem von Opernhäusern in Italien, aber auch schon in New York, Engagements erhalten hat, führte als Moderator selbst durch das in drei Abschnitte gegliederte gut einstündige Konzert. Schon seine humorvollen, warmherzigen Kommentare erfreuten und entlockten den Zuhörern manch herzliches Lachen. Der Sänger begann mit teils selten gehörten Schubertliedern, brachte aber auch den bekannten "Lindenbaum" ("Am Brunnen vor dem Tore"). Im zweiten Teil ließ der Tenor die wärmende südliche Sonne aufgehen, trug temperamentvoll und in den Original-sprachen "Granada", "O sole mio" und "Santa Lucia" vor, forderte auch zum Mitsummen auf. "Wien im Frühling" war Urs Werders letztes Thema für diesen Tag - und er zauberte damit manches Lächeln in plötzlich jung wirkende Gesichter.


Frenetisch geforderte Zugaben gewährte der Operntenor gern mit dem zu Tränen rührenden "Wolgalied" aus Lehárs "Zarewitsch" - und mit dem absoluten Höhepunkt, Rezitativ und Arie des Xerxes ("Largo") aus der gleichnamigen Händel-Oper, der Vortrag frei, mit bewegender Gestik und Mimik bereichert und von Schmucki ebenso einfühlsam am Piano begleitet wie alle Stücke: Es war ein unvergesslicher Nachmittag für die Zuhörer - und wohl auch für die Protagonisten: Auf Urs Werders Bemerkung "Superstimmung - do here chömme mer wieder!" war von Schmucki nur ein trockenes "Jo!" zu vernehmen.

Jimdo

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