SCHÖFFLISDORF Rund 80 Freunde der klassischen Musik und Oper versammelten sich im Gemeindehaus. Urs Werder und David Schmucki  luden zum festlichen Weihnachtskonzert ein. Ehrengast war die lyrische Sopranistin Angela Carol.


Der Schöfflisdorfer Opernsänger Urs Werder versprach nicht zu viel, als er die Zuhörer zu einem aussergewöhnlichen Konzert einlud. Im Gemeindehaus, im obersten Stockwerk direkt unter dem Dachgiebel, war eine Winterszene mit Schnee und zwei schlicht geschmückten Christbäumen aufgebaut. Scheinwerfer tauchten die Szene in warmes

Licht.

Der Opernsänger eröffnete die Darbietung mit dem Ständchen «Leise flehen meine Lieder» von Franz Schubert. Schon im ersten Lied legte der Künstler seine Seele hinein, man durfte sich auf das knapp zweistündige Konzert freuen. Angela Carol begann ihren Teil mit dem schwermütigen

Lied der Mignon «Nur wer die Sehnsucht kennt, weiss, was ich leide.»

Tiefgründige Texte

Beiden Künstlern gelang es, Nähe zum Publikum zu schaffen, die tiefgründigen Texte schienen jeden persönlich anzusprechen. Im Reigen der melancholischen Lieder durfte Leonard Cohens «Hallelujah» nicht fehlen sowie das «Ave Maria». Carol sang eindringlich, eine Besucherin musste sich die tränenfeuchten Augen abtupfen. Werder und Carol und

der Pianist David Schmucki führten die Zuhörer durch Nacht und Träume, besangen den Frühlingsglauben, und Urs Werder erzählte in Edvard Griegs «Solveig»: «So führt dich jeder Pfad, jede Strasse zu mir her. Dieselbe Sonne wärmt uns, egal an welchem Ort.» Texte, die einen noch auf dem Nachhauseweg begleiteten.

Nach der Pause kamen die Sänger neu eingekleidet, die musikalische Reise wurde fröhlicher. Einer der Höhepunkte war das gemeinsam gesungene «Stille Nacht». Der Pianist schloss das Konzert mit «Jingle Bells», verpackt

in einer schmissigen Boogie- Melodie.

Tief berührt von den klassischen Gesängen waren Yvonne Brahimi und Daniela Bunk. Die zwei Frauen sind mit Urs Werder befreundet und extra für das Konzert aus Düsseldorf eingeflogen. «Ich schätze Urs’ Persönlichkeit,

seine herzliche Art und natürlich seinen Gesang, der einen mitten ins Herz trifft», sagte Yvonne Brahimi. Daniela Bunk ergänzte: «Auch die glasklare

Stimme von Angela Carol war einmalig.» Je länger das Konzert dauerte, umso schöner klang ihr heller Sopran. Die weite Reise ins Zürcher Unterland habe sich gelohnt, waren sich die Frauen einig.

Klassik neu verpackt

David Schmucki, ausgebildeter Pianist, und Urs Werder, gelernter Opernsänger, machen seit vielen Jahren Musik und bilden zusammen seit zehn Jahren das Event-Duo klassisch-anders. Beide leben ihre Leidenschaft für die gepflegte Musik nebenberuflich aus. «Mit klassisch-anders wollen wir dem Publikum die Themen anders spiegeln und eine

neue Perspektive zeigen», erklärte Werder. «Wir mischen Lieder aus verschiedenen Genres, zum Beispiel aus einem Märchen, zu einem Weihnachtsthema, und erzählen die Geschichte mit neuer Sicht.» Angela Carol luden sie als Gastsängerin aus St.Gallen ein. Zufrieden zeigte sich auch der Mitorganisator Gabriel Polinelli. «Dass wir das Konzert hier im Dachgeschoss unter dem alten Gebälk des Gemeindehauses veranstalteten, war eine kluge Entscheidung. Das Ambiente verlieh

dem Konzert einen intimen Rahmen.» 

Marlies Reutimann

Jimdo

You can do it, too! Sign up for free now at https://jimdo.com/